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Strickkreis Wachkoma hilft mit 1500 Euro

19. Februar 2018

Spende Die Strickerinnen treffen sich einmal monatlich in der Wachkoma-Einheit in Bopfingen.

Bopfingen. Der Strickkreis Wachkoma Bopfingen mit der Initiatorin Angelika Forster hat Pflegedirektor Günter Schneider eine Spende von 1500 Euro überreicht.

Der Spendenerlös stammt aus vielfältigen Aktionen. Neben der Organisation von Handarbeitsausstellungen und Aktivitäten auf Flohmärkten sammelte die fleißige Gruppe das Spendengeld aus dem Verkauf der gefertigten Handarbeiten. Für Pflegedirektor Günter Schneider und den Stationsleiter Thomas Lang ist diese Spende der Hobbystrickerinnen ein regionales Solidaritätsprojekt.

Die Strickerinnen treffen sich einmal monatlich in der Wachkoma-Einheit in Bopfingen und zeigen gelebte Solidarität unmittelbar bei den vom Schicksal so schwer getroffenen Menschen im Wachkoma.

Interessierte Hobbystrickerinnen und -stricker sind herzlich willkommen und melden sich dazu gerne unter der Telefonnummer (07362) 923177 der Wachkoma-Einheit Bopfingen oder unter (07966) 903050 bei der Initiatorin Angelika Forster.

© Schwäbische Post 09.02.2018 18:13

Der lange Schlaf mit offenen Augen

05. Januar 2018

Der lange Schlaf mit offenen Augen

Blick durch das Schlüsselloch: Es ist eine Zeit zwischen zwei Leben – das sogenannte Wachkoma. Wir haben die Wachkoma-AktivPflege in Bopfingen besucht und mit zwei Betroffenen gesprochen.

Manchmal ist es nur ein kleines Ereignis, welches das Leben eines Menschen auf den Kopf stellen kann. Und manchmal geht es auch ganz schnell. So wie bei Alexander Hammer. Der heute 42-Jährige wollte an einem Abend zu Hause eine Treppe nach oben steigen. Dabei passierte es: Er stolperte und stürzte. Bei seinem Sturz fiel er auf den Hinterkopf. Was dann alles geschah, liegt für Hammer völlig im Dunkeln. Er kann sich nicht mehr erinnern. Nur anhand von Bildern weiß er, dass er in die Akutklinik nach Burgau kam. Ebenso, dass er im Rollstuhl saß und am Rollator ging. Etwa drei Monate war er in der Akutklinik. Lückenhafte Erinnerung Erste bruchstückhafte Erinnerungen flackern bei ihm an die anschließende Reha in Ichenhausen auf. Alexander Hammer hatte Doppelbilder beim Sehen. Er bekam eine Augenklappe und musste in die Augenklinik. Dort trainierte das medizinische Personal mit ihm das Sehen. Dann kam er in die Wachkoma-AktivPflege nach Bopfingen. Dort kann sich der 42-Jährige noch an die Schwestern erinnern. Er erkennt sein Zimmer und den Aufenthaltsraum. Aber den Zustand des Wachkomas – den kann er nicht beschreiben, geschweige sich an diesen erinnern. „Vielleicht ist es ein inneres Verdrängen ausgehend vom Gehirn, um sich zu schützen“, meint Hammer. „So wie man sich zum Beispiel auch an Schmerzen nicht mehr erinnert. Eine reine Sicherheitsmaßnahme der Natur.“ Alltägliches neu erlernen In der Wachkoma-AktivPflege lernte Alexander Hammer wieder zu sprechen, zu essen, zu trinken und zu gehen. Er eignete sich einfach alles wieder von Grund auf neu an. Lernte mühevoll die Dinge, die für Menschen im Alltag selbstverständlich sind. Knut Frank, Stationsleiter der Wachkoma-AktivPflege, beschreibt es als eine Art detektivische Kleinarbeit. Es gehe darum, die Potenziale zu finden, um den jeweiligen Mensch wieder ins Leben zurückzuholen. „Manchmal sind die Bewohner für ein paar Minuten wacher als sonst. Diese Zeit muss man erkennen und nutzen“, schildert er. Bevor ein Patient zur Wachkoma-AktivPflege nach Bopfingen kommt, hat er meist eine Krankenhaus-Odyssee hinter sich. Außerdem belasten auch schwere Schicksale die Wachkoma-Patienten. Bei Alexander Hammer trennte sich beispielsweise dessen Frau mit den drei Kindern von ihm, als er sich im Wachkoma befand. Als Hammer wieder zu sich kam, kümmerte sich sein Bruder um ihn. Bei diesem konnte er auch nach der Entlassung einziehen. Auch finanziell ist der 42-Jährige wegen seines Schicksals in Not geraten: So hat er sein Haus verloren und arbeiten kann er nur bedingt – derzeit ist er bei der Samariterstiftung in Aalen beschäftigt. Positive Einstellung Und dennoch ist Alexander Hammer glücklich, denn er kommt wieder selbstständig im einfachen Alltag klar und kann in die Zukunft blicken. „Das ist auch immer mein Ziel: Nach vorne zu schauen“, sagt er und lacht dabei fröhlich. Das ist auch immer mein Ziel: Nach vorne zu schauen. Alexander Hammer ehemaliger Wachkoma-Patient Dreieinhalb Jahre dauerte der Wachkoma-Zustand von Hammer. Erst dann kam er zurück ins Leben. „Zehn Prozent der Patienten gelingt das“, sagt der Pflegedirektor des Ostalbklinikums Günter Schneider. „Das ist für alle Beteiligten dann ein Gefühl wie ein Sechser im Lotto.“ Auch Michael Sanwald hatte Glück im Unglück. Er war der erste Patient der Wachkoma-AktivPflege in Bopfingen. Sanwald wurde am Fuße einer Außentreppe bei seiner Wohnung gefunden. Bis heute ist nicht klar, was geschehen ist. Ob er durch Fremdeinwirkung oder aber durch einen falschen Tritt stürzte. Offensichtlich waren nur seine schweren Kopfverletzungen. Nach dem Krankenhausaufenthalt kam er zunächst in ein Pflegeheim. Als sein Vater von der Eröffnung der Wachkoma-Station hörte, meldete er seinen Sohn sofort dort an. Seine Familie kam regelmäßig zu Besuch. Aus Liebe, aber auch, um ihm zu helfen. Denn soziale Kontakte sind bei Wachkoma-Patienten sehr wichtig. Wie das medizinische Team der Wachkoma-AktivPflege erläutert, geht man davon aus, dass die Betroffenen alles wahrnehmen. Michael Sanwald liebt das Kegeln. Er war 20 Jahre lang aktiver Kegler und ist noch heute beim KC Schrezheim bei jedem Spiel dabei. Sein Bruder ist dort Vorsitzender und Michael Sanwald hilft ihm, wo er kann – zum Beispiel bei der Organisation von Veranstaltungen wie der Country-Night. Auch an Veranstaltungen, die in der Wachkomastation stattgefunden haben, kann er sich noch erinnern. Ebenso an sein Zimmer und den Aufenthaltsraum. Aber der Zustand des Wachkomas ist auch für ihn nicht greifbar – sondern ganz aus dem Gedächtnis gelöscht. Während die Familie zu Michael Sanwald hielt, verlieren viele Wachkoma-Patienten leider ihr soziales Umfeld. „Das ist kein Einzelfall“, erklärt Günter Schneider. „Viele verlieren die sozialen Kontakte zur Familie und zu Freunden. Zunächst kommen die Angehörigen nicht mehr zu Besuch und vergessen den Bewohner irgendwann ganz“, schildert Schneider, wie sich die Familie meist immer weiter vom Patienten zurückzieht. Finanzielles Fiasko Und auch finanziell ist ein Wachkoma ein Fiasko: Die Sozialversicherung fängt hier niemanden auf. Und auch die Pflegeversicherung ist oft ein Problem. Der jüngste Betroffene bei der Wachkoma-AktivPflege ist gerade einmal 14 Jahre alt. Da greift noch keine Pflegeversicherung. Die Krankenkassen sehen keine organischen Krankheiten und darum auch keinen Bedarf, sich finanziell zu beteiligen. Schneider berichtet, wie er zum Beispiel drei Stunden mit einer Krankenkasse verhandeln musste, um einen Antrieb für den Rollstuhl eines Patienten zu erhalten. Ein Dilemma, denn die moderne Medizin macht zwar viel möglich, aber die Gesellschaft zieht nicht mit. Pflegedirektor Günter Schneider betont: „Man kann sagen, es ist ein Nirwana der Sozialversicherung.“ Was ist eigentlich das Wachkoma? Beim Wachkoma oder apallischen Syndrom kann die betroffene Person nicht essen, nicht trinken und kaum bis gar nicht kommunizieren. Dennoch schlafen die Patienten und manche reagieren sogar auf Reize. Viele erwachen niemals ganz aus diesem Dämmerschlaf. Die Augen sind geöffnet, die Mimik ist erstarrt, nicht fähig, sich zu bewegen oder Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Eine erste Beschreibung des Zustandes ist: „Der Patient liegt wach da mit offenen Augen. Der Blick starrt gerade oder gleitet ohne Fixationspunkt verständnislos hin und her. Auch der Versuch, die Aufmerksamkeit hinzulenken, gelingt nicht oder höchstens spurweise, reflektorische Flucht- und Abwehrbewegungen können fehlen...“ Das Ansprechen des Patienten, Anfassen oder Vorhalten von Gegenständen erweckt keinen erkennbaren Widerhall bei ihm oder ihr. Der Zustand des Wachkomas ist immer Folge einer schweren Schädigung des Gehirns. Diese wird am häufigsten durch ein Schädel-Hirn-Trauma oder Sauerstoffmangel (Hypoxie) als Folge eines Kreislaufstillstandes hervorgerufen. Weiterhin können Schlaganfall, Meningitis/Enzephalitis, Hirntumore oder neurodegenerative Erkrankungen (zum Beispiel Parkinson-Syndrome) zu einem apallischen Syndrom führen. Auch eine massiv anhaltende Unterzuckerung kann das Wachkoma verursachen. Es kommt zu einer Schädigung des Großhirns, wobei hier neben dem Untergang der Hirnrinde beispielsweise auch eine beidseitige Schädigung des Thalamus oder der Formatio reticularis zu einem apallischen Syndrom führen können. Meisten liegen Mischformen mit Schädigung mehrerer wichtiger Hirnregionen vor. Man kann dem Wachkoma nicht vorbeugen. Quelle: wikipedia.de  © Schwäbische Post 04.01.2018 16:36

Spende für Hospiz Dienst und Wachkoma Station

04. Januar 2018

Benefizaktion Der Frauentreff Eggenrot hat an den vier Freitagen im Advent in der Kirche Sankt Patrizius in Eggenrot einen „lebendigen Adventsweg“ gestaltet. Dabei sind Spenden von 2480 Euro eingegangen. Petra Mayer (Sechste von links) überreichte bei der Spendenübergabe am Donnerstag in der Sankt-Patrizius-Kirche jeweils 1240 Euro an die Generaloberin der Anna-Schwestern, Schwester Veronika Mätzler (Mitte links), für das Hospiz Sankt Anna und an Pflegedirektor Günter Schneider (Fünfter von links) für die Wachkoma-Station Bopfingen.

Foto: privat © Schwäbische Post 04.01.2018 19:44

Vom Frühling im November zum „gleissenden Dunkel“

17. November 2017

Vernissage Werke von Elisabeth Frank und Bildband von Harald Habermann in Wachkomastation präsentiert.

MICHAEL SCHEIDLE

Bopfingen. Einblicke nehmen, in das Leben auf der Wachkomastation in Bopfingen. Dazu forderte der Pflegedirektor der Ostalbkliniken, Günter Schneider, auf. Unter der Überschrift „Einblicke“ wurde am Donnerstagabend im Wachkoma Bopfingen eine Ausstellung mit Bildern von Elisabeth Frank eröffnet und zudem ein Buch mit Bildern von Harald Habermann präsentiert. Landrat Klaus Pavel betonte in seiner Begrüßung, dass die Station ein offenes Haus sei. Jeder könne jederzeit kommen, und sich die Bilder anschauen. Pavel zeigte sich freudig überrascht, wie viele Gäste gekommen waren. Der Aufenthaltsraum fasste nicht alle Besucher. Der Ostalbkreis wolle Träger der Einrichtung bleiben, sagte Pavel. Von Angehörigen höre er nur Positives über das Wachkoma, dankte er der Belegschaft. Thomas Schneider Vorstand der Kliniken Ostalb, sagte, dass in Bopfingen mehr geleistet werde als Pflege und Betreuung. „Hier ist viel Leben“, betonte er. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler nannte die Einrichtung einen Ort der Stille, die im neuen Fotobuch in Bildern eingefangen wurde. Passend dazu spielte Felix Mack einfühlsame Gitarrenklänge. Gudrun Scheller beschrieb in ihrer Einführung in die Ausstellung „Frühling im November“ die Pflaumlocher Künstlerin Elisabeth Frank als sehr naturverbunden. Daraus ziehe sie ihre Inspiration. Frank ist eine der Gründerinnen der „Kreative 88“. Sie spielt in ihren Bildern mit Strukturen, Gefühlen und Empfindungen. Günter Schneider zeigte zur Vorstellung des Fotobandes „Gleissendes Dunkel“ von Harald Habermann einen kurzen Film. Beeindruckende Bilder voller Liebe, Freude und Leben füllten die Leinwand. Nur die Mitarbeiter ermöglichen ein Leben in Würde, sagte er. Diese dürften aber nicht überfordert werden. Anderswo „sind die Krankenhäuser zur Pflegefabrik geworden“ so sein Credo. Aktionen wie Buchvorstellungen oder die Ausstellungen sollen Aufmerksamkeit erzielen, für das Schicksal der Menschen, die in der Wachkomastation sind. „Jeden kann es treffen, noch heute Abend“, hatte zuvor Landrat Klaus Pavel gesagt. Das werde jedem klar, der die Wachkomastation in Bopfingen besucht. „Pflege muss Sprengkraft der Hoffnung sein“, brachte es Günter Schneider auf den Punkt.

Das Buch „Gleißendes Dunkel“ ist in der Wachkomaeinheit gegen eine Spende erhältlich. Bei der Gelegenheit sollte man die Ausstellung „Frühling im November besuchen. Es lohnt sich.

© Schwäbische Post 17.11.2017

Die Künstler Elisabeth Frank und Harald Habermann. Foto: mj

Spende für Wachkoma

03. November 2017

Kreisseniorenblasorchester Über eine Spende von 1500 Euro konnte sich die Wachkoma AktivPflege Bopfingen freuen. Zustande gekommen war der Betrag im Rahmen des Benefizkonzerts des Kreisseniorenblasorchesters im Landratsamt. Dank der Spendenbereitschaft der Besucher war dieser Erlös zusammengekommen. Das Foto zeigt Landrat Klaus Pavel (links) bei der Spendenübergabe an Günter Schneider, den Pflegedirektor des Ostalb-Klinikums sowie Ines Mangold, Kulturbeauftragte des Landkreises. Foto: privat © Schwäbische Post 03.11.2017


Alle Sinne erspüren diesen Brunnen

25. Oktober 2017

Schulpartnerschaft Realschule baut für ihren Partner Wachkoma-Station in deren Garten einen „Brunnen der Sinne“ – ein Wasserspiel.

Die Partnerschaft zwischen der Wachkoma-Station in Bopfingen und der Realschule trägt weitere Früchte. Die Beziehung hat schon viele kreative Ideen hervorgebracht. Die Neueste ist der „Brunnen der Sinne.“ Realschüler haben zusammen mit Kunstlehrer Oliver Sauter und Techniklehrer Marijan Haid ein Wasserspiel entworfen und im Garten der Wachkoma-Station gebaut. An vier Nachmittagen in ihrer Freizeit erbauten sie den Zierbrunnen. Er spricht alle Sinne der Stations-Bewohner an. Sehen, riechen, schmecken, fühlen sollen die Patienten an dieser kreativen Quelle erleben. Extra auf Rollstuhl -Höhe erbaut können so die Bewohner der Station den Brunnen hören und erfühlen. Pflegedirektor Günter Schneider freute sich, dass die Zusammenarbeit nicht nur auf der Führungsebene sondern auch bis zur Basis der Schüler durchdringt. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern auf, wie die Patienten im Wachkoma „gefangen“ sind. „Gesundheit ist nicht selbstverständlich“ Dr. Carola Merk-Rudolph Vize-Rektorin Schneider zeigte auf, was im Wachkoma geschieht und welche Folgen, vor allem gesellschaftlicher Art, dies hat. Derzeit wohnen zwölf Personen in Bopfingen. Ein wichtiger Beitrag ist auch das Personal, das sich sehr aufopfernd um die Patienten kümmert. „Das ist hart, man darf von hier nichts mit nach Hause zur Familie bringen“ erklärte Schneider und lobte auch Stationsleiter Knut Frank, der auch immer wieder in die Realschule kommt und Ethikunterricht hält. Ko-Rektorin Dr. Carola Merk-Rudolph betonte die besondere Beziehung und das profitieren des Einen vom Anderen. „Gesundheit ist nicht selbstverständlich“. Gerade junge Menschen sind nach einem Unfall in der Wachkoma-Station. Der Jüngste ist 14 Jahre alt. Das jährliche Sommerfest bezeichnete sie als ein Highlight im Realschulkalender und auch die tollen Ideen, welche Kunstlehrer Oliver Sauter immer wieder mit den Schülern entwickelt sind eine Wertschöpfung. Sie sei sehr stolz auf ihre Schüler, betonte die Vize-Rektorin. Für das nächste Jahr wurden bereits wieder neue Ideen ausgearbeitet.


Wachkoma-Pflege hat Brunnen der Sinne

24. Oktober 2017

Bopfingen mab Im Rahmen der Bildungspartnerschaft zwischen der Realschule Bopfingen und der Wachkoma-Aktivpflege haben die Schüler selbst einen Brunnen im Garten der Pflegeeinrichtung konzipiert. Er soll die Sinne der Bewohner stimulieren. Pflegedirektor Günter Schneider Aalen zeigte sich beeindruckt von diesem Projekt. „Das ist schon mehr als nur eine Bildungspartnerschaft“, sagte Schneider. Zusammen mit Konrektorin Carola Merk- Rudolph, Kunstlehrer Oliver Sauter, Techniklehrer Marian Heid und den Fachbereichsleiter Technik an der Realschule, Werner Tschunko, stellten die Schüler ihr neues Projekt vor. In mehrwöchiger Vorbereitung und Eigenleistung ist der Brunnen der Sinne entstanden. Die Stimulation der Sinne ist hilfreich bei der langwierigen Therapie der Wachkoma-Patienten. Der „Brunnen der Sinne“ kann dabei helfen. Kaltes, nasses Wasser, die rauen Oberflächen der Wasserschalen und das sanfte Plätschern – all das kann die Sinne der Patienten ansprechen. Aalener Nachrichten, 24.10.17


Musik, die von Herzen kommt

23. Oktober 2017

Benefizkonzert Das Kreisseniorenblasorchester begeisterte das Publikum im voll besetzten Sitzungssaal des Landratsamtes. Der Erlös des Konzerts kommt der Wachkoma-Aktivpflege zugute.

Voll besetzt war der große Saal im Landratsamt beim inzwischen fünften Benefizkonzert des Kreisseniorenblasorchesters unter Leitung von Josef Spannbauer. Fotos: opo

Alphörner sorgten beim Benefizkonzert des Kreisseniorenblasorchesters (KSBO) im Landratsamt für ein erstaunliches Klangerlebnis. Gegründet im Jahr 2002, besteht das KSBO inzwischen aus 80 Mitgliedern. Viel Zeit und Idealismus bringen die quirligen Senioren ein, damit sie bei ihren Auftritten dem Publikum und ihren Fans viel Freude mit ihrer Musik bereiten. Am Sonntag fand das fast schon traditionelle Benefizkonzert zum fünften Mal im Aalener Landratsamt statt. Der Erlös kommt der Wachkoma-Aktivpflege Bopfingen zugute. „Die Musik des KSBO kommt von Herzen und geht zu Herzen“ betonte Erste Landesbeamtin Gabriele Seefried bei ihrer Begrüßung im voll besetzten großen Sitzungssaal. Das Orchester unter der Leitung von Josef Spannbauer begann mit dem Concert-Marsch des Komponisten Kurt Gäble. Ehrenfried Schütz moderierte und ließ Anekdoten und Hintergründe zum Stück oder dem Komponisten einfließen. Doch auch als Sänger machte er eine gute Figur – etwa vor der Pause bei der „Böhmischen Liebe“, einer Polka von Komponist Mathias Rauch. Dieser junge Komponist, wusste Schütz, habe mit diesem Stück wohl die derzeit angesagteste Polka geschaffen. Die „Heimatliebe“ war von Gäble eigens einst für Alois Weingarts 60. Geburtstag komponiert worden. Weingart ist ehemaliger Dirigent des Dewanger Musikvereins und aktiver Musiker im KSBO. Marsch, Polka und Walzer waren das dominierende Thema beim Auftritt. Nach der Pause machten die altehrwürdigen Musiker mit „Italienischen Melodien“ auch einen Ausflug in den Süden. für ein imposantes Klangerlebnis sorgten die Härtsfelder Alphornbläser unter der Leitung von Alfons Mahler. Die Bläser der langen Holzinstrumente erzeugten mit ihrer Klangfülle bei dem einen oder anderen Besucher ein Kribbeln im Bauch. Das Publikum war restlos begeistert vom Konzert. Mit viel Beifall entließen sie die rüstigen Musiker. Eingangs hatte Erste Landesbeamtin Gabriele Seefried das harte Schicksal der Wachkomapatienten und deren Familien angesprochen. Deshalb sei sie dankbar, dass das KSBO den Erlös des Benefizkonzertes dorthin spende, wo es am dringendsten gebraucht werde. „Mit dem Spendengeld können vielfältige Programme wie musiktherapeutische Angebote, Auftritte der Klinikclowns und kulturelle Veranstaltungen finanziert werden.“ © Schwäbische Post 23.10.2017


Hitparade regionaler Hymnen

10. Oktober 2017

Konzert Das Veeh-Harfen-Ensemble Viel-Saitig aus Lauchheim spielt im Rahmen der Heimattage in der Grundschule am Ipf.

Besinnlich starteten die 40. Bopfinger Heimattage. Das Ensemble „Viel-Saitig“ aus Lauchheim war in der Aula der Grundschule am Ipf zu Gast. Die Ende der 1980er Jahre vom Landwirt Hermann Veeh entwickelte Harfe mit ihrer speziellen Notenschrift wird auch in der Wachkomastation in Bopfingen eingesetzt. So ist es nur selbstverständlich, dass das Veeh-Harfen-Orchester zu Gunsten der Wachkomastation ein Konzert gibt. Bereits zum dritten Mal gastierten die Musiker aus der weiteren Umgebung hier. Extra aus Möglingen im Kreis Ludwigsburg waren zwei Damen mit dem Zug angereist, um diesem Konzert zu lauschen. Der Leiter des Ensembles, Jonathan Pfaff, führte mit viel hintergründigem Humor durch den Abend. Er nahm in seinen Zwischentexten Bezug auf die Politik, Geschichte oder Geographie. Viel konnten die Zuhörer hier noch lernen. Wie der Lehrer „Justus“ aus dem Film „Das fliegende Klassenzimmer“ stand er am Mikro und führte in jedes der Lieder ein. Dieses waren Hymnen aus verschiedenen Teilen Europas. Mit der schwäbischen „Preisend mit viel schönen Reden“ ging es los. Durch den Klang der Harfen konnte man sich beim zweiten Lied, der „Bayernhymne“, vorstellen, wie der Münchner im Himmel auf einer Wolke sitzt. Hätte er nur das hier spielen dürfen, er wäre nicht so grantig geworden ... Spätestens beim Böhmerwaldlied hatte das Ensemble die Zuschauer in seinen Bann gezogen. Es wurde mitgesungen, mal piano, mal forte. Die meisten Zuhörer in der vollbesetzten Aula konnten die Texte auswendig, die anderen summten mit. Westerwald, Schweiz, Schlesien – „kreuz und quer durch die Lande“ ging es, wie das Motto des Abends lautete, in Anlehnung an das Gedenkjahr 500 Jahre Regormation. Der Leiter der Wachkomastation, Günter Schneider, im badischen Bruchsal geboren, durfte dann das „Großherzogtum Baden“ symbolisch vertreten, als Pfaff zum „Badnerlied“ ein Schild mit eben dieser Aufschrift auf der Bühne halten ließ. Mit der „Österreich-Hymne“ und dem bayerischen Pfüat di Gott“ war dann Schluss. Eine Zugabe musste das Ensemble noch geben: das Studentenlied „Gaudeamus igitur“. Nach eineinhalb Stunde war das Konzert zu Ende. Jonathan Pfaff nahm sich anschließend Zeit, den Interessierten die Harfe und deren Spielweise zu erklären. © Schwäbische Post 05.10.2017

„Kreuz und quer durch die Lande“ lautete das Motto des Programms, das das Ensemble unter Leitung von Jonathan Pfaff darbot. Foto: mj

Mit Vielsaitig "Kreuz und Quer durch die Lande"

06. Oktober 2017

 Bopfingen sz Bereits zum dritten Mal hat das Vielsaitig-Veeh-Harfen-Ensemble Lauchheim unter der Leitung von Jonathan Pfaff ein Benefizkonzert zugunsten der Wachkoma-Station Bopfingen veranstaltet. Dank der zauberhaften Klänge und der hohen musikalischen Qualität ihrer Auftritte hat sich in Bopfingen und Umgebung mittlerweile eine kleine Fangemeinde gebildet, so dass das Foyer der Grundschule am Ipf bestens gefüllt war. „Sehen, hören, fühlen, wahrnehmen, sich verständlich machen“, so umschrieb der Pflegedirektor der Wachkomastation, Günter Schneider die Sinneswahrnehmungen, die den Wachkomapatienten wahrscheinlich fehlen. Aber so könnte man auch den Klang und die Wirkung der Veeh-Harfen und das Spiel von Vielsaitig charakterisieren. Optisch mehr einer Zither als einer Harfe ähnlich, zieht die Veeh-Harfe die Zuhörer mit ihrem feinen und zarten Klang, der mehr an ein Cembalo erinnert, in ihren Bann. Publikum mit „Regionalhymnen“ verwöhnt Passend zur Charakteristik des Instruments verwöhnte das Ensemble die Zuhörer mit „Regionalhymnen“, wie Jonathan Pfaff, der eloquent, charmant und informativ durchs Programm führte, sich ausdrückte. Es erklangen das Württemberg-Lied (“Preisend mit viel schönen Reden“) und die Bayernhymne, ehe, nach „Wer recht in Freuden wandern will“ das Frankenlied (“Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“) folgte. Als sei er mit seinen Aufgaben als Moderator, Dirigent und Musikant unterfordert, animierte Jonathan Pfaff als Vorsänger das Publikum zum Mitsingen. Egal, ob „Tief drin im Böhmerwald“, der „Westerwald“ und sogar das „Badenerlied“ wurde vielstimmig mitgesungen, begleitet vom bezaubernden Klang der Veeh-Harfen. Nach dem Motto „Einheit besteht aus Individuen“ formte sich deren vielstimmiger Klang zu einem erhabenen und feierlichen Einen. „Lueget vo Bärg und Tal“, ehe mit „Gaudeamus igitur“ der Kreis der Heimat- und Studentenlieder geschlossen wurde. „Kehr ich einst zur Heimat wieder“, „Hab oft im Kreise der Lieben“ „Dotterblume“ und „Die Freiheit die ich meine“ waren die weiteren Stücke, mit denen die Zuhörer verzaubert wurden. Die Spendeneinnahmen dieses außergewöhnlichen, sehr entspannenden Konzertes, mit dem auch inoffiziell die 40. Bopfinger Heimattage eröffnet wurden, kommen der Wachkomastation Bopfingen zugute. Aalener Nachrichten, 06.10.2017