Pflege

 

Für Betroffene und deren Familien ein dramatisches Schicksal. Leben im Wachkoma ist ein Lebensumstand, der Würde und Respekt erfordert. Betroffene sind durch einen Unfall oder ein unvorhersehbares Krankheitsereignis aus dem Alltag ausgebremst – und plötzlich ticken alle Uhren anders!
Die Wut des plötzlichen Stopps lässt Masken fallen. Menschen, die ihr Leben nicht mehr in der Hand haben – für sie und ihre Familien wird viel unberechenbar.
Die Wachkoma AktivPflege Bopfingen ermöglicht mit der neurologischen Fachpflege in der Phase F der neurologischen Rehabilitation in Verbindung mit den aktivierenden Pflegekonzepten ein spezialisiertes Angebot für Patienten und Angehörige.


Was bedeutet Aktivpflege?
Wir ermöglichen durch neurologische Fachpflege und gezielter Mobilisation in Verbindung mit stimulierender Therapie verschiedenster Sinne, eine individuelle Versorgung unserer Bewohner. Angehörige und andere wichtige Bezugspersonen werden bewusst in den Pflegeprozess miteinbezogen.
Mit ihrer aktiven Begleitung kann eine individuelle Umsetzung der Pflege und Therapie gewährleistet werden. Angehörige sind damit ein wichtiger Partner in unserer Pflege und Betreuung.

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Unser Ziel
Ziel unserer Arbeit ist es, zusammen mit den Bewohnern das individuelle Aktivierungspotential auszuschöpfen. Wir fördern gezielt Bewegung und Sinneswahrnehmung, trainieren Kau- und Schluckfähigkeit sowie die Kommunikationsfähigkeit. Wir beziehen die Angehörigen regelmäßig in die Pflege ein.
Ein Hauptanliegen ist das Gestalten einer hohen Lebensqualität, ein sich zu Hause fühlen in unserer Fachpflegeeinrichtung.
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Unsere Bewohner
In der Regel kommen unsere Bewohner aus Einrichtungen der Phasen A und B der Akutbehandlung und Frührehabilitation in einem Umkreis von ca. 100 Kilometer.
In der Phase F leisten wir unterstützende, betreuende und zustandserhaltende Pflege- und Therapiemaßnahmen. Bei erfolgreicher Entwicklung sind weiterführende Rehabilitationen in der Phase B möglich oder das Leben im häuslichen Umfeld der Familie.

Phase F: Aktivierende Rehabilitation
Trotz aller medizinischen und rehabilitativen Bemühungen in der Akutbehandlung und in den nachfolgenden Behandlungsphasen (meist schon nach Phase B) bleiben bei einer Reihe von neurologischen Patienten schwerste Schädigungen bestehen. Sie gehen vom Apallischen Syndrom bis zu verschiedenen Graden von Fähigkeitsstörungen (oft auch mit Mehrfachbehinderungen). Diese Rehaphase ist auf Langzeit angelegt. Leider fühlt sich fast nur noch die Pflegekasse (leider Teilkasko!) zuständig. Ein Patient im Wachkoma muss in Stufe 3+ (Härtefall) eingestuft sein. Wenn nicht diese Patienten, welche dann? Haben Sie schon das Blindengeld beantragt? Eigentlich müßte durch das Langzeit-Krankheitsbild „Apallisches Syndrom“ ausgelöst, die Krankenkasse mindestens 50 % der Kosten für „Aktivierende Behandlungspflege“ in Phase F für Patienten im Wachkoma übernehmen. Die Phase F wird geleistet zu Hause (70%!), in Fachpflege Einrichtungen und auch in Seniorenheimen.

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Unsere Leistungen
Ganzheitliche und aktivierende Bezugspflege unter Einbeziehung neuester pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse (AktivPflege).

Pflegerisches und therapeutisches Arbeiten nach den Prinzipien der Basalen-Stimulation, Bobath, FOTT und Alternativen Pflegemethoden z.B. Aromapflege sind fester Bestandteil unserer Betreuung.

Wir planen unsere neurologische Fachpflege innerhalb den Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des täglichen Lebens (AEDLs nach Krohwinkel).

Unsere Arbeit überprüfen wir durch regelmäßige Pflegevisiten. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft in regelmäßigen Abständen die Qualität der stationären Einrichtungen. Hierbei handelt es sich um eine stichtagsbezogene Prüfung.

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Unser Team
In unserer Pflegeeinheit arbeiten ausschließlich Pflegefachkräfte, u.a. mit der Zusatzqualifikation „Pflegeexperte für Menschen im Wachkoma“. Regelmäßige interne und externe Fort- und Weiterbildungen qualifizieren unsere Mitarbeiter in der persönlichen und fachlichen Kompetenz.
Unser Team wird auch von Praktikanten im freiwilligen sozialen Dienst unterstützt.Team
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Unsere Therapeuten
Für unsere Bewohner haben wir mit Therapeuten der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie externe Kooperationspartner.

Logopädie und Ergotherapie
Entsprechend der hausärztlichen Verordnung findet die individuelle Therapie im Therapiebereich oder Bewohnerzimmer unserer Einrichtung statt. Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Praxis für Ergotherapie und Logopädie Michael Jast.

Physiotherapie
Krankengymnastik und spezielle Physiotherapie findet ebenfalls im Rahmen der hausärztlichen Versorgung bei uns statt. Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Physiotherapeutin Birgit Koller.

Die langjährige Erfahrung unserer Kooperationspartner in der Arbeit mit Menschen im Wachkoma stellt ein hohes Niveau in der Therapie sicher und ergänzt unsere pflegetherapeutischen Maßnahmen.

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Musiktherapeutische Angebote
Musiktherapie ist für Menschen im Wachkoma ein wichtiges Erlebnis im umfangreichen Angebot unserer Einrichtung. Grundbedürfnisse des Menschen werden damit angesprochen und wahrgenommen. Emotionales Erleben wird verändert und erweitert. Ängste und Traumaerfahrungen können überwunden werden.

Musiktherapeutische Angebote wie Singen, Summen oder Improvisation auf Musikinstrumenten sind eine Möglichkeit, Menschen im Wachkoma im nahen und intensiven Dialog Geborgenheit, Sicherheit, menschliche Zuwendung und Wärme zu vermitteln.

Unsere Bewohner reagieren auf die Angebote unserer musiktherapeutischen Ansätze. Unser musiktherapeutisches Team um Irmgard Eisele achtet auf kleinste Regungen wie Kau- und Schmatzbewegungen, Augenlidbewegungen, Verändern der Blickrichtung, Fixieren der Augen, eine veränderte Atmung, körperliche Entspannung oder Anspannung, Kopfwenden und andere Körperbewegungen. Auch emotionale Zeichen wie eine veränderte Gesichtsmimik, Lächeln oder Weinen, lassen darauf schließen, dass Menschen im Wachkoma auf ihre Umwelt reagieren können und Musik als positive und lebensfreundliche, vertrauensvolle Zuwendung wahrnehmen.

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Tiergestützte Aktivität
Die Wachkoma AktivPflege Bopfingen bietet eine ergänzende Behandlungsform für Menschen im Wachkoma an. Bei der tiergestützten Aktivität sorgen geschulte Hunde für mehr Wohlbefinden und Entspannung bei den Patienten. Darüber hinaus vermitteln sie aber auch wichtige Impulse für die Förderung der Wahrnehmung und Sensibilität.

Schon seit Anbeginn zeigen sich dabei große Erfolge. Die Vierbeiner haben einen spürbar positiven Einfluss auf die Bewohner. Mit der tiergestützten Intervention zeigt sich einmal mehr die heilende Wirkung von Tieren auf Menschen, die schon lange bekannt sind. Die bloße Anwesenheit oder Berührung kann menschliches Wohlbefinden steigern. Entscheidende Faktoren sind z.B. das Fühlen des Fells, die Empfindung ihrer Temperatur und das Hören der Geräusche. Für die Patienten im Wachkoma ein bedeutendes Erlebnis.

Der Patient muss grundsätzlich eine Affinität zu Tieren mitbringen. Deshalb ist der Einsatz der tiergestützten Intervention immer orientiert an den Bedürfnissen der Patienten. Neben der Schulung bringen die Hunde auch bestimmte Charaktereigenschaften mit. Es geht um Geduld, Aufmerksamkeit, Zuverlässigkeit und natürlich Gehorsam. Tier und Patient müssen eine grundsätzliche Eignung mitbringen. So entscheidet das individuelle Zusammenspiel, ob die Kombination passt oder nicht.

Leona ist eine stattliche Leonberger Dame mit schönem, seidig braunem Fell. Sie wiegt 60 kg und ist fünf Jahre alt. Ihr Gehorsam, ihre Geduld und ihr unvergleichliches Einfühlungsvermögen sind drei wesentliche Eigenschaften, die sie zu einem wertvollen Helfer in der tiergestützten Therapie unserer Wachkoma-Patienten mitbringt. Mit ihrer Hundeführerin Maria Mahler ist sie für verschiedene Patienten ein richtiges Dream-Team.

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